Rufen Sie uns an:  00800 00123456

Teil 2 – Rasanter Wachstum der Telefonie

Beitragsserien: Geschichte der Telekommunikation

Fast 40 Jahre nach dem ersten Telefonanruf von Alexander Graham Bell und Thomas Watson wiederholten beide dieses Ereignis in 1915– diesmal aber über eine weitaus größere Entfernung. Und auch dieser erste offizielle transkontinentale Anruf ging in die Geschichte ein. Wieder rief Bell Watson an und wiederholte seine Worte aus dem Jahr 1876: “Mr. Watson, come here, I want you”. Diesmal befand Bell sich aber nicht im Nebenzimmer, sondern in New York während Thomas Watson in San Fransico weilte. Somit  antwortete Watson diesmal: “It will take me five days to get there now”.In den 40 Jahren nachdem Alexander Graham Bell das Telefon erfunden hatte, wurden bemerkenswerte Fortschritte in den Vereinigten Staaten gemacht.  Die „American Telephone and Telegraph Company“ (Inhaber der amerikanischen Bell Telephone Gesellschaft seit 1899) war unentwegt damit beschäftigt das Kabelnetz zu erweitern, um somit alle großen amerikanischen Städte zu vernetzen. Ein rasanter Wachstum der Telefonie ist hier deutlich zu erkennen.

Das Telefon erfreute sich großer Beliebtheit, dies kann man an der Anzahl der Telefone sehr gut darstellen. In 1900 gab es 600.000 Telefone in amerikanischen Haushalten, 1905 waren es schon 2,2 Millionen und im Jahr 1910 hatte sich diese Zahl auf mehr als 7 Millionen verdreifacht.

Auch hier in Europa – besonders in Deutschland und Großbritannien wurde im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts der Telefondienst ausgebaut. In 1910 zählte man auch hierzulande bereits 3,3 Millionen Telefone.

Der Einfluss des Ersten Weltkrieges

Das Telefon hatte sich schnell zu einem beliebten Mittel der Kommunikation entwickelt und dies wurde vor allem im 1. Weltkrieg sichtbar.

Bis 1914 kommunizierten Kriegsoffiziere hauptsächlich über handgeschriebene Notizen, Telegrafensysteme und andere visuelle Signalsysteme. Mit der Erfindung des Telefons kam jedoch eine viel schnellere und sicherere Kommunikationslösung ins Spiel. Auch hier war aller Anfang schwer. Zum einen mussten Telefonbetreiber und Signalgeber geschult werden. Zum anderen mussten Kilometer von Kabeln verlegt werden, um eine Kommuniation via Telefon zu ermöglichen. Dies wurde zum Teil durch die Armee übernommen.

Ein weiteres fortschrittliches Kommunikationsmittel war das Radio, welches ohne Kabel über Frequenzen empfangen werden konnte. Leider konnte eine Radiofrequenz leicht abgefangen werden – was die Kommunikation über das Radio sehr unsicher machte. Somit wurde das Telefon zu einem der wichtigsten Spieler im ersten Weltkrieg.

 

Wie schon oft in der Geschichte beschleunigte ein Krieg den Erfindungsreichtum – bereits im Jahre 1915 waren die ersten Feldtelefone auf den Schlachtfeldern im Einsatz. Die Feldtelefone waren viel leichter als Radios und konnten somit über große Entfernungen getragen werden. Deutsche Soldaten verlegten bis 1917 an der Westfront 319.000 und 216.000 Meilen Kabel an der Ostfront. Zunächst wurden die Kabel überirdisch verlegt, aber es wurde schnell offensichtlich, dass diese vergraben werden mussten, um sie vor Artillerieangriffen zu schützen.

Weiterer rasanter Fortschritt in der Telefonie durch den Krieg?

Im Jahr 1917 trat Amerika in den Krieg ein und brachte, jawohl, Sie lesen richtig: eine Armee von Frauen.  Um die Telefonschalttafeln in Frankreich und England zu bedienen, benötigte man Telefonisten – die Männer mussten an die Front und somit rekrutierte man für diese Aufgabe Frauen.  Kommerzielle Telefongesellschaften wie z.B. AT & T selektierten 450 Telefonistinnen – die sogenannten „Hallo Girls“.  Obwohl auch sie einen wesentlichen Kriegsbeitrag geleistet haben, wurden sie erst im Jahr bis 1978 als offizielle Kriegsveteranen anerkannt.

Nach dem Krieg

Inzwischen hatte das Telefon den Weg in den Alltag der Menschen gefunden – dies wird auch durch eine Studie von AT & T im Jahr 1919 veranschaulicht. Denn in diesem Jahr hatte die Firma American Telegraph and Telephone die Idee, den Schädelumfang  von 4000 Menschen zu vermessen, um so ein Idealmaß für einen Kopfhörer mit optimalem Abstand zwischen Mikrofon und Mund zu ermitteln [3].

In unserem nächsten Blogartikel treten wir in eine ruhigere, aber nicht weniger interessante Phase in der Geschichte der Telekommunikation ein.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top